Donnerstag, 29. Januar 2015

Spielidee - Steckspiele

Die meisten Spiele ergeben sich bei uns im Alltag. Dennoch liebe ich es, mir Spiele fürs Käferle auszudenken und ihr zu präsentieren. Es kommt vor, dass ein Spiel nicht sofort Anklang findet. In diesem Fall biete ich es ihr zu einem späteren Zeitpunkt wieder an.
Sie versucht in letzter Zeit häufig diverse Gegenstände in Öffnungen zu stecken. Daher habe ich mir Spiele dazu ausgedacht.

Steckspiel Korken: Ich habe ihr Korken angeboten und eine leere Plastikflasche mit ausreichend großer Öffnung zum Hineinstecken.



Klangturm: Der Klangturm war ein Weihnachtsgeschenk der Oma. Hier musste ich nicht viel überlegen. Das Käferle liebt ihn und schafft es bereits sehr gut, die Murmeln in die Öffnung fallen zu lassen. Sie ist begeistert vom Klangerlebnis und beschäftigt sich sehr lange damit.


Münzen ins Sparschwein zu werfen ist zwar noch zu schwierig für sie, dennoch versucht sie es gerne. In unserem Fall ist das Schwein eine Eule :-) 


Steckspiele aus Schachteln, in die man Schlitze einschneidet, um dann etwas hineinstecken zu können, lassen sich mit wenig Aufwand selber basteln. Auf diese Weise kann man den Schwierigkeitsgrad verringern.
Einen netten Post zum Thema "Steckspiele" gibt es bei den Marseltern.

Welche Steckspiele lieben eure Kinder?

Dienstag, 27. Januar 2015

Ab in den Süden - Familienurlaub anno dazumal


Familienurlaub ist so eine eigene Sache und verläuft nicht immer reibungslos. Das war in den Siebzigern so, in den Achtzigern auch, ebenso in den Neunzigern und hat sich bis heute nicht geändert.
Gerne Folge ich dem Aufruf von Frau Mutter zur Blogparade #Familienalbum und gewähre euch einen exklusiven Einblick in unser Familienleben anno dazumal. Ausgewählt habe ich die Szene Wir fahren auf Urlaub.... und ein Foto, von dem ich nie gedacht hätte, es einmal freiwillig zu zeigen. Viel Spaß beim Lesen!

Modesünde der frühen Neunzigerjahre

Familienurlaub anno dazumal
Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, musste immer einer zu Hause sein, um die Tiere zu versorgen. Das war mein Vater, der entweder gleich zu Hause blieb und uns nur zum Zug brachte oder bis zu den Großeltern nach Kärnten, wo wir meistens Urlaub machten.
Wer hier auf einen sonnigen Karibikurlaub gehofft hat, den muss ich leider enttäuschen. Für so etwas würde mein Vater kein Geld ausgeben, denn
zu Hause ist es doch am Schönsten. 
Ich hätte gegen Abenteuerurlaub in Australien oder Strandurlaub auf Hawaii nichts einzuwenden gehabt, meine Mama vielleicht auch nicht. Meist hieß es aber:
Da musst du mal den Papa fragen.
Außer unseren Kärnten- Familienurlauben haben wir es zwei Mal an die Obere Adria geschafft. Diese Urlaube unternahmen wir, weil das Klima sich positiv auf das Asthma meines älteren Bruders auswirken sollte. Ich erinnere mich bloß, dass er sich einen mega Sonnenbrand geholt hat und aus dem Stockbett gefallen ist, der Ärmste. Jedenfalls durfte ich so das Meer kennenlernen :-)
Berichten möchte ich aber von den Autofahrten zum Urlaubsort. Ich bin ja ein sehr organisierter und pünktlicher Mensch, was aus den gegenteiligen Eigenschaften meiner Mutter resultiert. Ihre last minute Hektik vor Abfahrt ist mir noch in grauenhaften Erinnerung, vor allem wenn wir einen Zug erwischen mussten. Mein Vater wartete bereits abfahrbereit im Auto und meine Geschwister überließen es mir, die Mama zur Eile anzutreiben. Kurz vor der geplanten Abfahrt, als alle mehr oder weniger gepackt hatten und am Klo waren, wuselte sie mit gerade gewaschenen Haaren durchs Haus, fütterte schnell noch einmal die Katze, goß die Blumen, suchte irgendwelche Sachen, überprüfte, ob alle Fenster geschlossen sind, der Herd ausgeschaltet, die Tür abgeschlossen usw.
Heute leuchtet mir ja ein, dass es hektisch sein muss, als Mutter mit vier Kindern zu verreisen...
Als wir eigentlich schon längst hätten losfahren müssen, begann meine Mama erst ihre Sachen zu packen. Mamaaaa jetzt beeile dich, wir verpassen den Zug...
Es war wirklich nur meiner stetigen und penetranten Dränglerei zu verdanken, dass wir meistens den Zug erwischten. Da muss ich mich wirklich selber dafür loben.
Wenn wir dann endlich eingepfercht in unserem Toyota Corolla saßen, rasten wir mit einem Affenzahn und unter Missachtung einiger Verkehrsregeln und Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung zum Bahnhof. Selbstverständlich waren wir nicht angeschnallt.
Lustig hatten wir es auch, wenn mein Vater uns bis nach Kärnten brachte, unter anderem natürlich deshalb, weil wir Dank unserer Mutter den Zug verpasst hatten. Ein pädagogisch besonders wertvolles Spiel, das wir uns ausgedacht hatten, hieß Susi abschießen und stieß besonders unserer Mutter übel auf. Es ging darum, unsympathisch aussehende Autoinsassen (Susis) abzuschießen. Mit unseren Händen formten wir Pistolen und wir untermalten das Geschieße natürlich mit den passenden Geräuschen.
Da es auf der Strecke viele Tunnels gab, entwickelten wir noch ein weiteres tödliches Spiel. Mit der Einfahrt des Autos in den Tunnel, musste die Luft angehalten werden, möglichst bis zum Ende des Tunnels. Wer atmen musste, hat verloren und war "tot".
Heute denke ich, meine Eltern haben die Spiele toleriert, weil wir so nicht ständig fragten:
Wann sind wir endlich da?
Und zu unserer Entschuldigung: Wir hatten ja noch keine Smartphones zum Spielen, wir mussten ja noch kreativ sein!

Samstag, 24. Januar 2015

12 Monate

Mit 12 Monaten...

  • setzt du dich perfekt alleine auf und applaudierst dir selbst für diese Leistung
  • ziehst du dich manchmal an deiner Lauflernstange hoch und wagst zaghaft ein paar Schritte
  • hast du 8 Zähne
  • und sehr lange Haare, wir mussten bereits die Stirnfransen schneiden, da sie über die Augen wuchsen
  • trägst du Kleidergröße 80/86
  • liebst du Pferde nach wie vor 
  • schnalzt du oft mit der Zunge, das bedeutet Pferd oder reiten
  • hechelst du (das bedeutet Hund)
  • sagst du miaumiau (Katze)
  • sagst du brummbrumm (Auto, Traktor, Fahrzeuge)
  • sagst du Mama und Papa
  • sagst du deinen Namen oder so ähnlich (nenena)
  • plapperst du sehr viel und wir erahnen bereits viele Wörter (brrr, nana, neinnein, dada, wawa,..)
  • magst du das Autofahren immer noch nicht
  • lehnst du Kinderwagen und Tragehilfen weiter ab
  • liebst du das Baden und deine Badeente
  • schaust du dir gerne Fotos von Familienmitgliedern an
  • blätterst du gerne in Büchern
  • fütterst uns alle, auch deine Puppen
  • hilfst du beim Wäscheaufhängen 
  • räumst du gerne Schubladen und Schachteln aus
  • gibst du uns viele Dinge, an denen wir riechen sollen (Socken und Kerzen)
  • schaukelst du sehr gerne
  • magst du gerne Gartenzwerge 
  • spielst du gerne mit Mamas Handy, der Fernbedienung, der Digitalkamera und dem CD- Player
  • hörst du gerne Musik
  • hilfst du geschickt beim Anziehen mit (Strumpfhose und Jacke)
  • kannst du das Windeln wechseln nicht leiden und zeigst uns das auch
  • gibt es gute Nächte (nur 1-2x an Mamas Brust trinken) und schlechtere Nächte (ca alle 40 Minuten nach Mamas Brust quietschen)
  • isst du gerne, am liebsten das, was auch wir essen :-) 
  • isst du besonders gerne Mandarinen, Käse und Butter
  • verwendest du deinen kleinen Zeigefinger gerne zum Zeigen
  • interessieren dich Hirsche und Rehe

Freitag, 23. Januar 2015

Montessori Platzset selbstgemacht

Unser Käferle hilft im Haushalt sehr gerne mit. Immer wieder bin ich erstaunt, dass sie das Verb helfen so gut versteht und ihr Hausarbeit Freude bereitet. Beispielsweise frage ich sie: Hilfst du der Mama beim Aufhängen der Wäsche? Sie strahlt übers ganze Gesicht und wir gehen zur Waschmaschine, holen ein Wäschestück, hängen es auf, holen das nächste...
Ich muss noch anmerken, dass sie noch nicht gehen kann und ich bei diesen "Spielen" ihr Transportmittel bin. Wenn wir dem Papa einen Kaffee kochen, dann bringt sie ihm den Löffel. Seit Kurzem möchte sie helfen den Tisch zu decken. Deswegen habe ich beschlossen, Platzsets zu basteln, die zeigen, wo Teller und Besteck hingehören.
Sehr schön finde ich genähte Platzsets wie zum Beispiel dieses.
Leider fehlt mir die Zeit zum Nähen und kauft man einige, ist es doch ziemlich teuer.
Man könnte Teller und Besteck auch mit einem Stoffmalstift auf einen Stoff malen.

Schließlich habe ich welche aus Buntpapier und Geschenkpapier gebastelt und laminiert. Sie lassen sich prima mit einem feuchten Tuch abwischen und sind schnell gebastelt und kostengünstig.


Du brauchst:
Buntpapierbögen in A3
Geschenkpapier
Laminierfolien in A3
Klebstoff und Schere
Laminiergerät
Teller, Glas und Besteck für die Umrisse



So geht es:
Zeichne die Umrisse des Bestecks und des Geschirrs auf das Buntpapier.
Schneide alle Teile aus.


Klebe alle Teile richtig auf den Buntpapierbogen.


Nun wird noch laminiert. Wer kein Laminiergerät besitzt, darf vielleicht das der örtlichen Grundschule nutzen...


Fertig ist das Platzset!


Samstag, 17. Januar 2015

Wir feiern den Käfergeburtstag

Alles Gute zum 1. Geburtstag Käferle!


Wir haben den 1. Geburtstag ganz gemütlich im Kreise der Familie gefeiert. Am Vortag habe ich mich an der Geburtstagstorte versucht. Geplant war eine Marienkäfertorte, geworden ist es eine Torte mit Tupfen. Leider bin ich was die Optik meiner Torten betrifft ziemlich talentfrei, dafür schmecken sie sehr gut :-)


Hier das Rezept zum Nachbacken: Es handelt sich übrigens um einen Becherkuchen und zum Bemessen der Zutaten benötigst du nur einen Becher.
Du brauchst:
2 Becher Schlagobers (= Sahne)
2 Becher Zucker
6 Eier
4 Becher Mehl
2 Packungen Backpulver
2 Prisen Salz


Für den Belag:
Marmelade
500g Marzipanrohmasse
Lebensmittelfarbe (rot)
200g Staubzucker

So geht es: 
Alle Zutaten miteinander vermischen und gut verrühren. In einer runden Springform bei 180 Grad 30 Minuten backen.


Torte in der Mitte durchschneiden und mit Marmelade bestreichen.
400g Marzipanrohmasse mit 200g Staubzucker und roter Lebensmittelfarbe verkneten. Die Masse zwischen zwei Lagen Plastikfolie ausrollen und die Torte dann mit dem Marzipan überziehen. Restliches Marzipan ausrollen, Tupfen ausstechen und die Torte damit verzieren. Fertig!

Natürlich stand die kleine Feier ganz unter dem Marienkäfer - Motto. Als Andenken an diesen besonderen Tag mussten sich alle Gäste mit einem Porzellanstift auf einem Teller verewigen. Auf dem Foto habe ich den Namen des Geburtstagskindes unkenntlich gemacht.


Das Käferle hat sooooo viele tolle Geschenke bekommen...


Ein Buch über Pferde hat sie auch noch bekommen. Es war wirklich ein schöner Geburtstag und das Käferle hat es sehr genossen im Mittelpunkt zu stehen. 
Happy birthday!

Freitag, 16. Januar 2015

Nur nicht pressen - Mein Geburtsbericht

Unvorstellbar, aber wahr, nun bist du wirklich schon ein Jahr...
Wie es begann?
3:40 - Eine leichte Wehe? Ich bin sofort hellwach und spüre irgendetwas ist anders. Dennoch versuche ich weiter zu schlafen.
3:50 - Blick auf die Uhr, kann nicht mehr weiter schlafen. Ist das eine leichte Wehe? Woher soll ich als Erstgebärende wissen, wann es losgeht?
Ich bin alleine zu Hause, mein Freund ist in der Arbeit (Nachtschicht), er kommt erst um 5:30 nach Hause. Ich beschließe abzuwarten und die Abstände zu beobachten. Vielleicht kommen ja keine weiteren Wehen mehr.
Heute ist Donnerstag, Entbindungstermin ist am Sonntag.
4:00 - Eindeutig ein Ziehen ähnlich wie bei Menstruationsbeschwerden. Wird der Schmerz nicht immer so beschrieben? Ruhig bleiben. Abwarten.
4:10 - Verdächtig, wirklich verdächtig...
4:20 - Es könnte heute ernst werden...
4:30 - Atmen, atmen,...bin jetzt überzeugt, dass es sich um Wehen handelt und dass sie seit fast einer Stunde alle zehn Minuten auftreten.
Ich rufe meine Mama an und merke dezent an, dass sich etwas tut. Wir beschließen in Kontakt zu bleiben, die Abstände weiter zu beobachten. Auf keinen Fall möchte ich zu früh im Krankenhaus sein. Warte auf die Rückkehr des werdenden Papas von der Nachtschicht. Wehenabstände verkürzen sich auf 8 Minuten und ich habe das Gefühl, dass ich sie bereits veratmen muss.
Im Kreißsaal wird auf meinen Wunsch hin, meine Mama mit dabei sein. Mein Freund ist sehr froh darüber, dass er nicht muss :-)  Er wird am Gang warten, und nervös auf und ab gehen, wie sich das gehört oder irgendwo einschlafen (Stichwort Nachtschicht).
5:30 - Erwarte meinen Schatz zur Sicherheit in meinem Entbindungsoutfit. Habe natürlich alles bis ins Detail geplant. Schließlich will man so gut wie möglich vorbereitet sein. Ich bringe den werdenden Papa auf den neuesten Stand. Dieser will natürlich SOFORT ins Krankenhaus fahren.
Ich überzeuge ihn eine weitere Stunde zu warten und meine Mama gleich mitzunehmen.
6:30 - Abfahrt zum Krankenhaus. Ich bin entspannt, die Wehen sind erträglich, aber schmerzhaft. Wir finden uns mitten im Berufsverkehr wieder, es geht nur langsam vorwärts. Ich bin entspannt, mein Freund weniger.
7:30 - Ankunft im Krankenhaus.
Es wird ein CTG geschrieben und der Muttermund wird untersucht.
Der niederschmetternde Befund: Muttermund erst 1 cm offen, keine nennenswerten Wehen.
Fühle mich wie ein hypochondrisches Weichei. Ich darf wieder nach Hause fahren. Es könne auch noch eine Woche dauern. Bin maßlos enttäuscht und deprimiert, es soll endlich losgehen. Eine Freundin von mir müsste grade ihren Kaiserschnitt bekommen haben. Sie hat ihr Baby vermutlich schon....Wir frühstücken ordentlich, zu Hause gehe ich auf Toilette. Ist das der Schleimpfropf, der sich gelöst hat? Mein Freund legt sich nieder, um zu schlafen und ich fahre mit zu meiner Mama. Bin in keiner guten Verfassung, heule, habe einen kleinen Nervenzusammenbruch, lege mich hin und versuche zu lesen.
Mittags gibt es Semmelknödel und einige Beilagen, ich habe keinen Appetit. Mein Hausarzt, ein Freund der Familie schaut zufällig vorbei und meint: "Das wird noch dauern, der Bauch ist noch weit oben."
12:30 - Meine Mama alarmiert die Rettung. Ich bin dagegen, will mich nicht wieder blamieren und heim geschickt werden.
Die Wehenschmerzen sind überwältigend, versuche sie zu veratmen. Liege auf der Couch und schaffe es irgendwie nicht mehr aufzustehen. Die Abstände betragen plötzlich nur mehr 4 Minuten. Lausche dem Telefongespräch. Mir wird ganz anders. Meine Mama wird doch tatsächlich aufgefordert, Handtücher, Wasser und etwas zum Abbinden für die Nabelschnur herzurichten. Sie folgt ruhig den Anweisungen, die Rettung ist unterwegs.
Die Rettung trifft ein, man hebt mich auf die Trage. Ich habe Mitleid mit den Leuten, bin wirklich schwer. Im Rettungswagen werden mir die Schuhe ausgezogen und ich werde unten herum freigemacht. Ich merke, dass die Rettungsleute nervös sind und spreche den Zivildiener darauf an. Weiß von meinem Bruder, der auch Zivildienst bei der Rettung gemacht hat, dass Entbindungen gefürchtet werden. Da ist es besonders Schlimm, wenn etwas schief geht. Die Frau, die den Rettungswagen fährt, bittet mich inständig, nur ja nicht zu pressen.
Der 18-jährige  Zivildiener beschwichtigt mich, aber ich merke, er hat Angst. Dies wäre auch seine erste Geburt. Die Abstände verkürzen sich fast auf 3 Minuten. Das Blaulicht wird eingeschaltet, ich muss mich in den Kurven festhalten.
Später erzählt mir mein Bruder, dass bei Wehenabständen von 2 Minuten angehalten werden muss. Die Anweisung lautet dann lediglich dabei sein und hinterher Uhrzeit festhalten und Nabelschnur durchtrennen. Sehr beruhigend!
Zum Glück weiß ich das zu diesem Zeitpunkt nicht.
Auf halber Strecke werde ich  am Straßenrand dann in einen Rettungswagen mit Notarzt umgeladen. Ich befinde mich wieder in kompetenten Händen :-)
Meine Mama und der werdende Papa folgen uns mit dem Auto, weiter geht die rasante Fahrt, die dieses Mal nur 20 Minuten dauert.
Da bin ich wieder. Ich bin doch kein hypochondrisches Weichei und darf sofort in den Kreißsaal.
Meine Hebamme ist glücklicherweise total nett. Der Muttermund ist beinahe vollständig auf. Die Wehen sind sehr stark und schmerzhaft. Die Fruchtblase ist bereits geplatzt ohne dass ich es gemerkt habe.
Meine Mama kommt dazu. Ich hoffe, dass es jetzt schnell gehen wird. Solche Wehen würde ich über Stunden nur schwer ertragen können. Die Hebamme meint zu dieser Überlegung, dass es für eine PDA zu spät sei, bis die Wirkung einsetze...
Dann also ohne, wollte es ohnehin möglichst natürlich haben.
Beim Veratmen der Wehen werde ich nun professionell angeleitet und nehme verschiedene Positionen ein. Nichts zurückhalten und pressen lautet die Devise!
Ich presse was das Zeug hält, aber nichts passiert...
16:00 - Warten auf die letzte Wehe. Irgendwie glaubt mein Körper wohl, dass die Geburt schon vollbracht ist und produziert keine nennenswerten Wehen mehr. Ich plaudere mit den Anwesenden als würden wir im Kaffeehaus sitzen.
Die Hebamme meint: "Also die Haare hat sie schon mal vom Papa."
Der hat nämlich viele ganz dunkle Haare und ich darf nach unten greifen und auch mal fühlen.
Der Kreissaal ist voll, alle warten aufs Baby, um es zu wiegen, zu messen usw.
Eine Reihe von Mitteln wird eingesetzt, damit ich Wehen produziere (Akupunktur, an Zimt riechen, usw.). Schließlich bekomme ich ein leichtes Wehenmittel verabreicht.
16:59 - Sie ist da!
Ich habe sie einfach rausgepresst mit aller Kraft, obwohl ich gar keine Wehe gespürt habe. Der Schmerz hat mich fast zerrissen.
Bin leider gerissen und muss genäht werden. Unser Käferle hat ihren Ellenbogen so unvorteilhaft vorgestreckt, dass sie es mir nicht einfach gemacht hat.
Ellbogenmentalität pur, wir haben eine gesunde und durchsetzungsfähige Tochter.
Sie ist 50 cm groß, wiegt 3245g und ist einfach perfekt.
Auf ihrem ersten Foto zeigt sie der Welt schon mal den Mittelfinger, das kann noch heiter werden.
Am Sonntag werde ich entlassen, ohne Schuhe. Denn die liegen noch im Rettungswagen, dafür mit Baby. Ich bin glücklich :-) 

Wie war es bei euch? Würde mich sehr über eure Geschichten freuen...

Mittwoch, 14. Januar 2015

Waldorf - Dancing Rings - DIY

Das Käferle interessiert sich in letzter Zeit sehr für Musik. Sie hört begeistert Kinderlieder und bewegt sich im Rhythmus der Musik. Es schaut total süß aus, wenn sie versucht mit ihren kleinen Fingern zu schnippen. Da sie so viel Spaß dabei hat, habe ich ihr Tanzringe gebastelt, die sie zur Musik durch die Luft schwingen kann.


Die Tanzringe sind ganz schnell aus Holzringen und Stoffbändern herzustellen.
Wie es geht, könnt ihr den Fotos entnehmen...






Ich habe dann noch kleine Glöckchen an die Bänder angebracht. Seither sind die Tanzringe noch beliebter.



FERTIG!
Viel Spaß beim Tanzen!


Dienstag, 13. Januar 2015

Bauanleitung für eine Montessori - Pull Up Bar

Für alle Interessierten und Hobby- Handwerker habe ich hier die Bauanleitung für die Lauflernstange geschrieben. Falls es Unklarheiten gibt, werden diese gerne an den "Käferpapa" weitergeleitet.

Du brauchst:
  • Vierkantholz (8 cm x 10 cm): 4 Stücke á 55 cm
  • Rundholz (30 mm Durchmesser): 1 Stück á 150 cm
  • Holzstücke (20 cm x 5 cm x  2 cm): 4 Stück 
  • Selbstklebende Korkplatte (rutschhemmend)
  • Schrauben (120 mm lang, mind. 6 Stück)
  • Schleifpapier oder Exzenterschleifer
  • Maßband
  • Stemmeisen
  • Akku - Schraubbohrer
  • Forstnerbohrer (3 cm Durchmesser)
So geht es:

  • Die Lauflernstange besteht aus zwei Stehern, die auf Kanthölzer aufgebracht werden. Für die zwei Stück Kanthölzer, die als senkrechte Steher verwendet werden, muss man 5 cm für die Zapfen einplanen (Zapfen und Schlitz sind auf der Abbildung zu erkennen). Der Zapfen ergibt sich aus dem mittleren Drittel des Kantholzes und wird eingeschnitten und ausgestemmt.
  • Der Schlitz ergibt sich ebenfalls aus dem mittleren Drittel und muss gebohrt und mit dem Stemmeisen ausgestemmt werden.
  • Mit dem Forstnerbohrer werden Vertiefungen in die Steher gebohrt, in welche dann die Stange eingebracht wird. Die Vorbohrungen sollten dem Durchmesser der verwendeten Stange entsprechen. Wir haben eine Vorhangstange mit 3 cm Durchmesser genommen und sie auf eine Länge von 150 cm gekürzt. Die Vorbohrungen können auf der gewünschten Höhe vorgenommen werden, zum Beispiel 40 cm oder 50 cm..
  • Die senkrechten Steher werden nun jeweils mit einer waagrechten Schwelle verbunden und zusätzlich von unten geschraubt.
  • Zur Erhöhung der seitlichen Stabilität werden die vier Holzteile an die Schwellen von unten angeschraubt sowie mit Korkplatten versehen (siehe Abbildung).


  • Ecken und Kanten werden mit Schleifpapier oder Exzenterschleifer abgerundet.
  • Die Stange wird nun von außen mit der Akku - Bohrmaschine an die Steher geschraubt. Wer möchte kann die Pull Up Bar mit einer Holzlasur bestreichen (diese sollte für Kinderspielzeug zertifiziert sein, also frei von Lösungsmitteln) oder ölen (Leinöl).



  • FERTIG!
Nachsatz:
Im Handel gibt es Modelle, die mit Sandsäcken beschwert werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Also auch Sandsäcke können als zusätzliche "Beschwerung" dienen.
Wir haben uns für eine freistehende Lauflernstange entschieden, im Handel sind hauptsächlich Lauflernspiegel mit einer Stange zur Befestigung an der Wand erhältlich.


Montessori - Pull Up Bar

... made by Papa. Ein herzliches Dankeschön und dickes Lob an den fleißigen Handwerker.
Unsere Hochzieh- und Lauflernstange ist heute fertig geworden und hat bereits einen Platz gefunden.


Das Käferle hat den Aufbau bereits mit Interesse verfolgt und sich einmal von Mamas Schoß aus mit Hilfe der Stange hochgezogen.
Ich bin sehr gespannt wie es weitergehen wird.



Warum ist eine Pull Up Bar sinnvoll? Wozu überhaupt das Ganze?
Die motorische Entwicklung von Babys verläuft sehr unterschiedlich. Manche Babys ziehen sich bereits sehr früh hoch, stehen und machen erste Schritte, andere brauchen länger. Auf jeden Fall sollte man seinem Kind die Zeit geben, die es braucht. Physiotherapeuten raten davon ab, Babys zu früh in eine stehende Position zu bringen. Erst wenn die Wirbelsäulenstreckung abgeschlossen ist, ist der richtige Zeitpunkt gekommen und dieser Prozess variiert in seiner Dauer. Am besten lässt man das Baby machen und greift nicht vor. Lauflernwagerl, in welchen die Kinder regelrecht gefangen sind, hemmen die Bewegungsentwicklung eher, als dass sie förderlich sind.
Als Eltern sollte man seinem Kind Zeit, Raum und Gelegenheit geben das Stehen und Gehen selbst zu entdecken.

Wir haben daher für unser Käferle folgendes vorbereitet:

  1. Spiegel: Einen langen und bruchsicheren Spiegel, den wir an der Wand befestigt haben. So kann das Käferle sich gut selbst beobachten und sich besser kennenlernen. Der Spiegel war ein echtes Schnäppchen (10 € auf willhaben.)
  2. Lauflernstange: Wir haben uns für eine freistehende Variante aus Fichtenholz entschieden. Der Papa vom Käferle machte sich gleich ans Werk... Verwendet haben wir eine Vorhangstange mit 3 cm Durchmesser, diese ist für Kinderhände gut zu umgreifen. Angebracht haben wir sie derzeit in einer Höhe von 40 cm, aber sie kann auch höher gesetzt werden. Die Stange dient zusätzlich als Spieletrapez, zum Beispiel beim Wickeln.
  3. Eco- Krabbelmatte: Hier erschwinglich und jeden Cent wert. Wir haben uns für das Modell "Süßer Keks" (160 cm x 160 cm) in orange entschieden. Die meisten Krabbeldecken sind zu klein, verrutschen, lassen Kälte durch und nehmen Flüssigkeiten (Speichel usw.) auf. Eco- Krabbelmatten sind rutschfest, nehmen keine Flüssigkeiten auf und lassen sich einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Wir sind begeistert und werden sie sicher noch lange als Spielematte im Einsatz haben.
Ich hoffe, dass ich geeignete Bedingungen geschaffen habe, damit unser Käferle das Stehen und Gehen selbst entdecken kann!




Donnerstag, 8. Januar 2015

Das erste Jahr - Lieblingsspiele

Das Käferle ist ein sehr neugieriges Exemplar der Gattung Baby und findet nur liegen und schauen schon lange langweilig. Sie zeigt sehr deutlich, was sie interessiert und welche Beschäftigung ihr Freude bereitet.

Nachfolgend habe ich versucht ihre Lieblingsspiele und Lieblingsbeschäftigungen aufzulisten (willkürliche Reihenfolge):

- schaukeln
- rutschen
- in Büchern Blättern
- Mamas Zähne putzen
- mit Puppen spielen (kuscheln, füttern, tragen)
- Wasser plantschen mit der Badeente: Anfangs war das Käferle vom Baden nur mäßig begeistert, sodass wir sie nur wöchentlich badeten. Im Sommer gewöhnten wir sie langsam ans Wasser. Wir machten Fußbäder, ließen sie viel pritscheln und führten die Badeente und andere Spielsachen ein. Seither ist sie eine kleine Wasserratte.
- Tobespiele: Fangen und Verstecken
- Kuckuck- Spiele
- Obst und Gemüse mit allen Sinnen erkunden, aber auch andere Lebensmittel. Ganz besonders fasziniert ist unser Käferle von der Beschaffenheit der Früchte (rau, glatt, Blütenrest, Stängel, ....)




Sie liebt es mit unserer Hilfe Mandarinen zu schälen, sie versucht auch bereits Äpfel zu schälen.



Butter mag sie ebenfalls sehr gerne und am liebsten pur (würg).


Ich finde Essen ist das beste Spielzeug überhaupt, denn es werden alle Sinne angesprochen (sehen, fühlen, schmecken, riechen). Beim Essen entstehen sogar unterschiedliche Geräusche. Das Spiel des Kindes mit dem Essen ist kein Ausdruck schlechten Benehmens. Das Kind lernt wie man die einzelnen Lebensmittel zu sich nimmt, es lernt den Geschmack und die Konsistenz der einzelnen Lebensmittel kennen.
Hier könnt ihr einen interessanten Artikel zu dem Thema "Mit dem Essen spielt man nicht" lesen.

- Hagebutten wurden besonders ausgiebig erkundet
- Spiele rund um den Wäschekorb: Bei uns war der Wäschekorb als "Flugzeug", als "Kutsche" und als "Schiff" im Einsatz.
Bildquelle: http://www.buzzfeed.com

- Pferde und Hoppe -Reiter - Spiele:


Käferles Interessen änderten sich im Lauf des Jahres immer wieder. Eine Zeit lang favorisierte sie Traktoren und hatte eine Vorliebe für Metallisches und Zäune, dann kam die Hunde -und Kinder Phase und schließlich die Pferde.

Dienstag, 6. Januar 2015

Winterzeit

Heute lachte die Sonne vom Himmel, der Schnee glitzerte und so packten wir uns warm ein für einen Spaziergang im Schnee.

© Kleine Mami

Unser Käferle ist ja von der weißen Pracht noch nicht so überzeugt.
Das Anziehen der Schneebekleidung gefällt ihr am wenigsten. Dafür liebt sie es im Babybob Platz zu nehmen und sich von Mama oder Papa durch den Schnee ziehen zu lassen.

© Kleine Mami




© Kleine Mami

Wir waren bereits rodeln und haben den einen oder anderen Schneemann bestaunen dürfen. 
Der Schnee dürfte ihr nun langsam vertraut werden und wir freuen uns bereits auf weitere Schneeabenteuer und glitzernde Wintertage.

© Kleine Mami


© Kleine Mami


Wer nicht in die Kälte mag, kann etwas Schnee zum Spielen mit ins Haus nehmen. Schnee auf eine geeignete Unterlage oder einfach in die Badewanne legen und schon kann der Spaß losgehen.
Weitere Schnee- Erlebnisse mit Kind könnt ihr zum Beispiel bei der lieben Anna nachlesen.


Sonntag, 4. Januar 2015

Ildikó von Kürthy - Unter dem Herzen

Erwartet man sein erstes Kind, hat die werdende Mama meist keine Vorstellung davon, was sie erwartet. Und ich denke, dass sollte auch so sein. Heute erinnere ich mich gerne zurück an die ruhige und erwartungsvolle Zeit mit meinem Bauchzwerg. Wie aufregend, neu und voller Vorfreude waren diese Monate, aber auch wie beängstigend.
Dazu meint Kürthy: "Denn genauso überwältigend wie die Furcht, das Kind zu verlieren, kann die Furcht sein, das Kind zu bekommen."



In "Unter dem Herzen"wird diese spannende "Kugelzeit", aber auch die Geburt und das erste Jahr mit Baby thematisiert.

Ildikó von Kürthys "Mama - Tagebuch" trägt den Untertitel "Ansichten einer neugeborenen Mutter", und sollte auf keinem Mama - Nachtkästchen oder Ebook - Reader fehlen. Denn bei der Geburt kommt nicht nur das Baby zur Welt, sondern auch die Mutter. Dieser Ansicht kann ich nur zustimmen.
Zur Geburt: "...das war nicht mein Kind, und ich war nicht seine Mutter. Es war genau andersherum. Das Kind hatte mich geboren."

Die Tagebucheinträge erinnern an Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück und lassen erkennen, dass die werdende Mutter sehr um ihr Gewicht besorgt ist.
Zur 19. Schwangerschaftswoche schreibt sie:
"Zustand: Ich sehe jetzt von vorne genauso aus wie von hinten. Befremdlich irgendwie. Als würde ich ein weiteres Kind im Po austragen."
Oder an anderer Stelle:
"Ich meine, ganz ehrlich, Claudia Schiffer hat mit meinem Idealgewicht entbunden!"

"Schwangerschaftswoche: 31 + 6 Tage, (8. Monat)
Gewicht: Ich dachte nicht, dass ich in meinem Leben jemals so viel wiegen könnte. Ich bin jetzt eine Frau, der man im Bus einen Platz anbietet, der man erschrocken die Tür aufhält und bei der man sich sorgt, dass sie gleich auf dem edlen Teppich niederkommt."

Kürthy nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert alle Höhen und Tiefen auf humorvolle Art. Nicht nur einmal muss man schmunzeln oder gar lachen, weil einem Situationen nur allzu bekannt vorkommen.

Es scheint Kürthy ein Bedürfnis zu sein, aufzuzeigen, wie schwierig es für Frauen heute ist, Beruf und Familie zu vereinen und den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Perfektionismus hält sie in diesem Zusammenhang für besonders gefährlich. Sie findet für diese Zerrissenheit  der Mutter einen passenden Vergleich: "Es ist, als wenn du mit einem Topflappen eine vierköpfige Familie zu decken willst: Irgendwas guckt immer raus und kriegt kalte Füße."
Außerdem nimmt sie zu den "mommy wars" Stellung, zu den Kämpfen zwischen Öko- Mamis und Luxusmamis und der fehlenden Toleranz.

Im Buch wird Mutterschaft in der heutigen Gesellschaft kritisch thematisiert, dennoch bleibt es hauptsächlich Eines - sehr unterhaltsam.

Ich habe es insgesamt drei Mal gelesen und es hat mich jedes Mal erheitert. Genau das Richtige, um den "Mama - Akku" wieder aufzuladen.


Hier noch einige meiner Lieblingszitate aus dem Buch:

"Ich hatte gar nicht mehr mit dir gerechnet. Dabei warst du längst unterwegs."

"Der neunte Monat ist keine gemütliche Zeit, das muss man ganz klar so sagen. Wenn dir etwas runterfällt, überlegst du sehr genau, ob du es aufhebst oder ob es bis nach der Niederkunft liegen bleiben kann."

"Mit dem Baby bekommst du als Mutter ein schlechtes Gewissen automatisch mit dazu geliefert."